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Workshop – Implementierung von technischen Lösungen zur Umsetzung von Art. 45 CLP-VO

Die Umsetzung von Art. 45 der CLP Verordnung ist kein Selbstläufer, wie der gut besuchte Workshop der Chem-Academy am 15. Mai zu eben diesem Thema wieder gezeigt hat. Die an Produktsicherheitsverantwortliche gerichtete Veranstaltung bestand neben einem praktischen Workshop-Teil aus Vorträgen der Industrie und involvierter Behörden. Als Workshopleitung sowie Vortragende konnten Alexander Wegener, CEO der opesus AG, sowie Markus Pogrzeba, Produktmanager bei opesus, ihr Knowhow und ihre Erfahrungen weitergeben.

Relevante Vorträge, nahe am Arbeitsalltag

Dr. Rafael Wagner vom Giftinformationszentrum-Nord klärte beispielsweise darüber auf, welchen Nutzen sowohl gewerbliche Anwender als auch private Verbraucher aus den Produktinformationen für die GIZ ziehen können und warum bestimmte Informationen erforderlich sind.

Kathrin Begemann aus der Abteilung Exposition des Bundesinstitut für Risikobewertung beleuchtete mit ihrer Sicht die nationale Umsetzung des Art. 45 CLP-VO, die technischen Herausforderungen an Unternehmen sowie die Vorgehensweise für das Generieren von UFIs. Sie ging außerdem genauer auf die Regeln für die Aktualisierung von Meldungen sowie die Handhabung von Gemischen in Gemischen ein. Dabei gab sie beispielsweise auch Hinweise dazu, wer in einem Unternehmen für die Umsetzung verantwortlich ist.

Dr. Friederike Paven der Covestro Deutschland AG gab in ihrem Vortrag praktische Tipps und teilte ihre Erfahrungen, wie die Herausforderungen bei der Umsetzung zu Anhang VIII gemeistert werden können. Dabei erläuterte sie beispielsweise die Auswirkungen auf einen multinationalen Chemikalienhersteller, Herausforderungen in der Umsetzung der Informationspflicht bei Gemischen in Gemischen und Erfahrungen mit branchenspezifischen Lösungsansätzen. Als wichtigen Punkt ging sie auch auf den Schutz des geistigen Eigentums ein.

Karin Merkl, Head of Regulatory Intelligence bei Merck KGaA, bot zu guter Letzt eine Checkliste zur Umsetzung von Meldungen an GIZ. Sie ging auf Kriterien für die Datenqualität ein und klärte Fragen zum Thema Lieferanten-Kundenbeziehung, Herausforderungen für die Etikettierung und Überprüfung des Produktportfolios.

Die besprochenen Themen waren sehr weitreichend und nah am Arbeitsalltag. Als Software- und Beratungsunternehmen und aus der Zusammenarbeit mit der ECHA konnte opesus hier wertvolle Informationen und Erfahrungswerte liefern, welche Datenquellen einbezogen werden müssen, wie die Systemarchitektur aussehen kann und wie die technischen Voraussetzungen für automatisierte Produktmeldungen aussehen. Auch die Erstellung eines realistischen Zeitplans, Budgetierung und das Projektmanagement waren Themen des Workshops.

Praktische Übungen: Welchen Impact hat Art. 45 CLP-VO auf mein Unternehmen?

In den praktischen Teilen des Workshops wurde daran gearbeitet, die Auswirkungen von Art. 45 CLP-VO für die jeweiligen Unternehmen und Arbeitsbereiche der Teilnehmer zu evaluieren. Den Start machte die Überlegung, welche Deadlines und Rollen für die Unternehmen der Teilnehmer zutreffend sind, mit wem kommuniziert werden muss, um Informationen zu bekommen oder weiterzugeben und in welche Länder überhaupt gemeldet werden muss.

Im weiteren Verlauf wurde dann der nächste Schritt besprochen: In welchen bereits vorhandenen Systemen sind die zu meldenden Daten zu finden? Nur mit dem Wissen, wo die jeweiligen Daten zu finden sind, kann später eine realistische Einschätzung getroffen werden, auf welche Art und Weise die Daten fristgerecht an ECHA gemeldet werden können.

Eine weitere Aufgabe bestand daraus, die zu meldenden Produkte pro Mitgliedsland, aufgeteilt in Bestandsprodukte, neue Produkte und jährliche Änderungen, zu ermitteln. Aus der Summe dessen ergab sich so für jeden Teilnehmer individuell die Anzahl vorzunehmender Produktmeldungen pro Jahr.

Nachdem nun die jeweils gültigen Deadlines und die zu meldenden Produkte aufgelistet und die zu meldenden Daten in der Systemlandschaft gefunden wurden, gab es eine letzte Aufgabe: Die Analyse der relevanten IT-Systeme.

Mit all diesen Informationen konnte nun erörtert werden, welche Vorgehensweise zur Meldung der relevanten Daten für das jeweilige Unternehmen sinnvoll ist. Dafür wurde eine Checkliste mit zu beachtenden Punkten sowie ein beispielhafter Projektplan zur Verfügung gestellt. So hat jeder Teilnehmer einen relevanten und individuellen Plan für sein Unternehmen erarbeitet.

Zu guter Letzt haben Alexander Wegener und Markus Pogrzeba den Teilnehmern drei wichtige Hinweise mit auf den Weg gegeben:

  • Die Herausforderung ist nicht zu unterschätzen und die größte seit Inkrafttreten von REACH
  • Die Möglichkeiten, Firmengeheimnisse zu schützen sollten genutzt werden
  • Frühzeitig anfangen!

Die Veranstaltung hat insgesamt durch die Vorträge ein gut abgerundetes Bild über die Herausforderungen von Art. 45 CLP-VO im Allgemeinen geliefert und durch die Workshop-Elemente jedem einzelnen Teilnehmer praktische Hilfestellung geleistet. Das Format hat sowohl die Teilnehmer als auch uns überzeugt und wir freuen uns schon, den nächsten Workshop zu leiten und zu moderieren!

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