Deutsch

Strategien für den Einsatz von UFIs

Strategien UFI in der EU

Der Unique Formula Identifier (UFI) ist die eindeutige Kennung von Produkten, die nach gesundheitlichen oder physikalischen Gefahren klassifiziert sind. Ab dem 1. Januar 2020 muss dieser 16-stellige Code auf oder in der Nähe von Produktetiketten erscheinen.  

Der UFI wird von Giftnotrufzentralen im Falle eines Notrufs verwendet werden. Daher werden bei der Einreichung einer Meldung an das ECHA-Einreichungsportal nur die Giftnotrufzentralen wissen, welchem Gemisch der UFI entspricht. In unseren FAQ zur UFI finden Sie Fragen und Antworten zu UFIs, einschließlich der Frage, wie Sie einen UFI erstellen können.  

In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Strategien zur Implementierung eines UFI untersuchen. Da ein UFI die eindeutige Kennung der Gemischzusammensetzung eines Produkts sein soll, ist es nicht erlaubt, denselben UFI für Produkte mit unterschiedlichen Gemischzusammensetzungen zu verwenden. Sie können jedoch mehrere UFIs für die gleiche Gemischzusammensetzung anlegen und diese den Produkten dieser Gemischzusammensetzung zuordnen. Ein Fall für letzteres Szenario ist, wenn Sie dasselbe Gemisch haben, es aber mit unterschiedlichen Markennamen verkaufen, um unterschiedliche Marktsegmente abzudecken.

Strategie 1: Ein UFI je Gemisch

Dies ist der einfachste Weg, UFIs zu generieren – ein UFI repräsentiert ein Gemisch. Wenn Sie ein komplexes Portfolio haben, raten wir jedoch davon ab, ausschließlich auf diese Strategie zu setzen. In der realen Welt kann ein und dasselbe Gemisch unter verschiedenen Namen, zu verschiedenen Preispunkten und an verschiedene Kunden(-segmente) verkauft werden. 

Daher ist die ausschließliche Verwendung dieser Strategie nur dann sinnvoll, wenn Sie eine begrenzte Anzahl von Produkten haben, oder wenn Sie eine strikte 1:1-Beziehung zwischen Formeln und Produkten definiert habenGeeignet ist diese Strategie für Unternehmen, die Daten konsistent und auf eine Art pflegen, die genau eine Spezifikation mit Materialien verknüpft, welche verschiedene Verpackungsgrößen, aber denselben Handelsnamen repräsentieren. 

Strategie 2: Mehrere UFIs für ein Gemisch

Diese Strategie wird am häufigsten zur Generierung von UFIs verwendet. Aus realen Szenarien wissen wir, dass dieselbe chemische Formel verschiedene Verwendungen haben kann oder je nach den verschiedenen Marktsegmenten unterschiedlich gebrandet wird. Nachstehend sind einige Szenarien aufgeführt, welche für die Generierung mehrerer UFIs für ein Gemisch möglich sind. 

Beachten Sie, dass die unten beschriebenen Ansätze nur dann in Frage kommen, wenn Sie SAP EH&S zur Verwaltung Ihrer chemischen Produkte verwenden. 

Ein Gemisch, das unter verschiedenen Marken verkauft wird - Generierung markenspezifischer UFIs

Wenn dasselbe Gemisch oder dieselbe Formulierung unter verschiedenen Markennamen verkauft wird, müssen Sie mehrere UFIs generieren. Dies liegt daran, dass dieselbe Formulierung unter verschiedenen Marken verkauft wird, aber Ihre vertraulichen Geschäftsinformationen zu Grunde liegen. Daher sollten Sie für jede Marke eine andere UFI generieren.  

Ein Gemisch wird unter länderspezifischen Namen verkauft - Generierung länderspezifischer UFIs

Diese Strategie ist relevant, wenn Sie länderspezifische Handelsnamen haben. Beispielsweise wird dasselbe Reinigungsprodukt in verschiedenen Ländern unter verschiedenen Handelsnamen verkauft. In diesem Fall müssten Sie die Handelsnamen und sprachspezifische Namen berücksichtigen, die Sie für eine Spezifikation im SAP EH&S hinterlegt haben.  

Ein Gemisch mit kundenspezifischen UFIs

In einem Szenario, in dem dasselbe Gemisch an mehrere Kunden für verschiedene Verwendungszwecke verkauft wird, können Sie kundenspezifische UFIs generieren. Beispielsweise kann ein Gemisch, das als allgemeiner Glasreiniger formuliert ist, als Haushaltsreiniger oder als Teil eines professionellen Autoreinigungssets verkauft werden. In diesem Fall müssten Sie sich überlegen, wo solche Informationen gespeichert sind, z.B. in einem Kunden-Materialinfosatz.  

UFIs für nicht gefährliche Gemische

CLP Art. 45, Anhang VIII über das harmonisierte Format für gesundheitliche Notversorgung legt fest, dass Meldungen für Gemische, die nach physikalischen und gesundheitlichen Gefahren eingestuft sind, obligatorisch sind. Wie steht es mit nicht gefährlichen Gemischen?

Während es für nicht gefährliche Gemische nicht obligatorisch ist, einen UFI zu erstellen und eine Meldung einzureichen, kann es hilfreich sein, eine freiwillige Meldung vorzunehmen. Hierfür gibt es zwei Fälle:

(1) sie könnte den Giftnotrufzentralen helfen, falls sie Anrufe bezüglich nicht gefährlicher Gemische erhalten, und (2) sie schützt Ihre vertraulichen Geschäftsinformationen. In Szenarien von Gemischen-in-Gemischen können Sie den UFI Ihres Gemischs mitteilen, anstatt Ihren Kunden über die Zusammensetzung zu informieren. Laut ECHA müssen Sie in solchen Fällen die Meldung einreichen, aber es ist optional, den UFI auf dem Produktetikett hinzuzufügen.

Wo anfangen?

Die Auswirkungen der Anforderungen zu UFIs sind weitaus komplexer als die einfache Generierung eines 16-stelligen Codes und dessen Anbringung auf den Etiketten Ihrer Produkte. Ein UFI ist erst dann gültig, wenn er von der ECHA akzeptiert wurde. Hinzu kommt die Tatsache, dass ein Produkt nur mit einem gültigen UFI auf den Markt gebracht werden kann – man muss den gesamten Geschäftsprozess berücksichtigen. Wann sollte ein UFI gedruckt werden? Wann sollte er angebracht werden? Wann kann die Logistik ein Produkt bewegen?

Mit opesus EHS Product Notification haben wir bereits mit über 60 Kunden gearbeitet und deren Anforderungen diskutiert. Unser reichhaltiges Wissen ermöglicht es uns, auch für Ihr Unternehmen das beste Szenario zu finden. Dabei entwickeln wir uns und unsere Software stets weiter, so dass sie mittlerweile auch Szenarien unterstützt, die über die in diesem Artikel beschriebenen hinausgehen. Bei Interesse an opesus EHS Product Notification kontaktieren Sie uns und lernen Sie EPN bei einer unverbindlichen Einführung kennen.